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Donnerstag, 3. September 2015

Wozu noch Hompages ?

Montag, 15. Oktober 2012

"Gelenkte Medienanarchie" - Spannende Themen heute und morgen beim 17. Mainzer Medien-Disput >> http://www.mediendisput.de/

Mittwoch, 2. Mai 2012

MainzerMedienDisput in
Kooperation mit der Initiative
ProQuote

„30 Prozent Frauen an den
Schalthebeln der Medien-
Macht“ -
Führen Chefinnen zu
einem besseren
Journalismus?
Dienstag, 5. Juni 2012 , 19.00
Uhr i
Landesvertretung Rheinland-
Pfalz beim Bund,
In den Ministergärten 6,
10117 Berlin.
Es diskutieren:
Jakob Augstein,
Herausgeber „der Freitag“
Dr. Angelika Dammann,
Unternehmerin, ehem.
Personalvorstand SAP AG
Dagmar Engel ,
Chefredakteurin Deutsche
Welle (dw)
Dr. Dr. Alexander Görlach,
Herausgeber und
Chefredakteur „The
European“
Elke Schmitter, Redakteurin
„Der Spiegel“, ehem. taz-
Chefredakteurin
Birgit Wentzien ,
Chefredakteurin
Deutschlandfunk (DLF)
Kurz-Intervention: Hani
Yousuf , pakistanische
Nachrichtenjournalistin, Freie
Journalistin in Berlin
Moderation: Prof. Dr.
Thomas Leif , SWR
( www.2plusleif.de )
In fünf Jahren sollen Frauen
30 Prozent der
Führungspositionen in
deutschen Medien
einnehmen und zwar auf
allen Hierarchiestufen. Das
fordert die Initiative „Pro
Quote“, die in den vergangen
Wochen Furore gemacht hat.
Rasch haben die Noch-
Chefredakteure und
Koordinatoren der „old boys
networks“ zwischen
Hamburg, Berlin und
Düsseldorf die prominent
vorgetragene Forderung
abgenickt. Mit hübsch
geschminkten Statistiken
versuchten sie zu belegen,
dass SIE die 30-Prozent-
Forderung schon heute (fast)
erfüllen und ohnehin
talentierten (jungen) Frauen
alle Aufstiegschancen
ermöglichen. Die grosse
Umarmung funktionierte, die
Verleger schwiegen, die
Protestforderung scheint an
der Gummiwand der
Gutwilligen abzuprallen.
Allein „DIE ZEIT“ nahm die
Forderung ernst und
versprach auf Seite Eins: „Wir
werden liefern.“
Deshalb wollen wir folgende
Fragen debattieren:
Wie kann eine 30 Prozent
Quote umgesetzt werden?
Welche Schritte sind dazu
nötig?
Wie kann man Widerständen
begegnen?
Wie sehen die Medien mit 30
Prozent Frauen in
Führungsfunktionen aus?
Verändert sich das
Blattmachen?
Was hat das für
gesellschaftliche Folgen?
Über diese und andere
Fragen rund um die Chancen
und Hebelwirkungen der
Quote im Medienbereich,
wollen wir während des
MainzerMedienDisputs in
Berlin streiten. Und mit dem
Publikum nach konstruktiven
Lösungen auf dem Weg zu
mehr Chancengerechtigkeit
suchen.
Anmeldungen unter:
veranstaltungen@lv.rlp.de
bis spätestens
1.6.2012
Nach der Veranstaltung
informelle Gespräche im
formellen Rahmen mit
Suppen-Buffet und Riesling
aus dem Land, wo der beste
Riesling der Welt wächst.

Donnerstag, 15. September 2011

Zur Zeit noch Bauarbeiten, bald wieder aktualisiert

Under construction....

Donnerstag, 18. November 2010

Der Lokaljournalismus wird in Deutschland vernachlässigt, das Chancenpotential nicht genutzt

Vorstellung des Reports „Salto Lokale“


Der Lokaljournalismus wird in Deutschland vernachlässigt, das Chancenpotential nicht genutzt –


Regional- und Lokalzeitungen sind bisher die offensichtlichen Verlierer der Zeitungskrise. Dies ist der zentrale Befund einer Analyse mit dem Titel „Salto Lokale – Das Chancenpotential lokaler Öffentlichkeit“, die im Auftrag des „Mainzer Medien Disputs“ erarbeitet wurde. Diese Entwicklung ist besonders bedenklich, denn damit gehen nicht nur journalistische Arbeitsplätze verloren, sondern auch demokratisches Potential. Lokaljournalismus, in welcher Form auch immer, ist eine wichtige Voraussetzung für politische Meinungsbildung und politische Teilhabe. „Lokaljournalismus wird heute von den Verlegern häufig wie das fünfte Rad am Wagen behandelt, obwohl lokale Informationen für die Bürger erstrangig sind und oft erst eine aktive Teilhabe im Gemeinwesen ermöglichen,“ so Prof. Dr. Thomas Leif bei der Vorstellung des Reports in Berlin. „Lokalredaktionen müssen konsequent ausgebaut werden, damit sie ihren zentralen Auftrag der kommunalen Politikvermittlung erfüllen und die gefährliche Entfremdung zwischen lokalen Eliten und der Bürgerschaft reduzieren können.“

Auf Grund der besonderen Bedeutung der Lokalzeitungen für eine vitale lokale Demokratie legt der Mainzer Medien Disput zur diesjährigen Konferenz mit dem Titel „Öffentliche Betäubung und bestellte Wahrheiten“ (24. und 25.11.2010 im SWR und ZDF Mainz) den Report vor, der die Chancen lokaler Öffentlichkeit auslotet. Autor des Reports ist der Medienjournalist Fritz Wolf. Die Untersuchung analysiert den Stand des Lokaljournalismus aus unterschiedlichen Perspektiven: aus der Sicht von Chefredakteuren, Kommunikationswissenschaftlern, regionalen Bloggern, Gewerkschaftern und Volontären.

Wesentliche Ergebnisse des Reports:

- Qualität im Lokaljournalismus ist eine zentrale Voraussetzung. Das sehen auch die Verlage so. In der Realität fahren sie aber oft einen einschneidenden Sparkurs, schließen Lokalredaktionen, bauen Personal ab oder scheren aus den Tarifverträgen aus. Aber Qualität ist nicht möglich, wenn die Arbeitsbedingungen schlecht, die Redakteure unterbezahlt und die Freien Mitarbeiter mit Niedrighonoraren abgespeist werden. Durch Personalabbau lässt sich nicht mehr Qualität erreichen. Der Medienwissenschaftler Horst Röper (Format Institut) sieht als Tendenz, dass sich „ein neues Verständnis von Lokalberichterstattung etabliert“. Er befürchtet, „dass es zu Dysfunktionen kommen wird, die das gesellschaftliche Leben in allen Bereichen tangieren.“

- Lokaljournalismus lässt sich nicht über einen Leisten schlagen. Jede Stadt, jede Region hat ihre Eigenheiten, die die Lokalzeitung mit ihren Mitteln aufgreifen muss. Der Report zeigt verschiedene Erfolgs-Beispiele, wie Redaktionen kreativ agieren können.

- Die Verlage haben sich in Medienhäuser umbenannt, alle Publikationen erscheinen inzwischen auch Online. Das allerdings auf sehr unterschiedlichem Niveau. Viele Verlage betrachten Online immer noch nur als Zweitverwertung der Zeitungstexte. Online-Publizistik folgt aber anderen Gesetzen. „Online ist nicht die Verlängerung der Zeitung, sondern die Zeitung ist die Verlängerung von Online“, so definiert Horst Seidenfaden, Chefredakteur der Niedersächisch/Hessischen Allgemeinen die lokaljournalistische Zukunft aus seiner Sicht. Festzustellen ist: Die Möglichkeiten von Online sind vielfach noch nicht ausgeschöpft. Es fehlt dazu auch an Weiterbildung der Redakteure, an entsprechender Ausbildung und Ressourcen-Ausstattung.

- Lokalzeitungen können eine wichtige kommunal- oder regionalpolitische Aufgabe erfüllen. Lokalredaktionen sind aber auch eng in den politischen Alltag und die regionale Machtarchitektur eingebunden und damit häufig auch in Gefahr, den regionalen und lokalen Autoritäten zu nahe zu stehen. Wissenschaftler raten deshalb dringend zu einem Perspektivwechsel: auf Augenhöhe mit den Lesern und nicht auf Augenhöhe mit den lokalen Autoritäten. Klüngel, Filz und Korruption sind Herausforderungen, die Lokalredaktionen zu häufig nicht annehmen.

- Wissenschaftler zeigen auch, dass es in vielen Lokalredaktionen am journalistischen Know-how fehlt – ein Umstand, der oft nicht den Redakteuren, sondern den Arbeitsbedingungen geschuldet ist. Lokalzeitungen brauchen größere journalistische Vielfalt, mehr mutige Kommentare, mehr Reportagen und mehr persönlich adressierten Journalismus.

- Eine gute Lokalzeitung darf sich weniger denn je die Themen vor die Nase setzen lassen. Sie muss ihre Geschichten selbständig entwickeln und nach eigener Agenda behandeln. Recherche im Lokalen ist dabei zwar schwierig, aber unabdingbar und vor allem auch möglich. Dafür müssen allerdings die Redaktionen hinreichend personell und finanziell ausgestattet sein. Das gilt auch für den Online-Auftritt. „Zeit zur intensiven Recherche bleibt zumindest in den mittleren und kleinen Lokalredaktionen nur, wenn man dafür die Freizeit opfert“, sagen Lokalredakteure immer wieder.

- In einigen Städten haben unabhängige lokale Blogs begonnen, sich publizistisch in die Politik einzumischen. Manche sehen darin eine Chance, dem Lokaljournalismus als publizistisches Gegengewicht auf die Beine zu helfen. Nach bisherigen Erkenntnissen können Blogs die lokale Publizistik ergänzen, aber professionellen Journalismus nicht ersetzen. Bisher sind unabhängige Blogs keine wirkliche publizistische Konkurrenz und können sich auch wirtschaftlich nicht auf professionellem Niveau halten.

- Lokalblätter müssen sich stärker und direkt ihren Lesern und deren Interessen zuwenden. Darüber sind sich die Macher einig. Online eröffnet nun neue Möglichkeiten, Leser über interaktive Tools stärker an die Lokalzeitung zu binden. Wissenschaftler sagen, dass die Leser von ihrer Lokalzeitung informiert und unterhalten werden wollen. Das Lokale ist den Lesern das Wichtigste, aber sie wollen auch den Überblick. Zugleich erwartet eine Minderheit von Lesern auch aktivere Kommunikation, an der sie sich selbst beteiligen können. Derzeit sind viele Spielarten zwischen pseudopartizipartiven Angeboten und seriöser Teilhabe an der öffentlichen Kommunikation zu finden, die Entwicklung ist zukunftsoffen.

- In sehr unterschiedlicher Weise präsentieren Lokal- und Regionalzeitungen ihren lokalen Stoff. Einige Blätter haben entschieden, dem Lokalen absolut den Vorrang zu geben: nach dem Motto „Lokal first“. Das kann aber nur funktionieren, wenn im Lokalen auch relevanter Stoff bearbeitet wird. Was relevant ist, hängt auch von der Position der Zeitung ab, von spürbarer Nähe zu den Lesern und von ausreichender Besetzung der Redaktionen. Wissenschaftler befinden, „dass die Tageszeitung auch in Zukunft eine fundierte Gesamtsicht bieten muss“.

Aus den Recherchen des Reports lassen sich einige Empfehlungen ableiten, was sich ändern muss, um die lokale Kommunikation zu verbessern.

Es wird vor allem um Qualitätssteigerung auf verschiedenen Ebenen ankommen. Deutliche Zuwendung zu den Lesern, besserer Einsatz des journalistischen Handwerks, qualifizierte Online-Auftritte und ein besseres Berufsimage des Lokaljournalismus – das vor allem sollten Lokalzeitungen im Blick haben, wenn sie die Medienkrise und die Konkurrenz des Internets einigermaßen unbeschadet überstehen wollen. Da die Gefahr besteht, dass lokale Berichterstattung aus ökonomischen Gründen weiter verschwindet, muss sich auch die Medienpolitik mit dieser Frage befassen: mit welchen Mitteln kann künftig sichergestellt werden, dass sich die Bevölkerung ausreichend aus professionell-journalistischer Quelle über das lokale Geschehen informieren kann? Diese Zukunftsaufgabe ist durchaus mit der Frage verbunden, ob und mit welchem Ziel steuernd und unterstützend in den Markt eingegriffen werden soll?

Rückfragen: Prof. Dr. Thomas Leif – 0171.9321891
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